Dilinkó Gábor
Er ist am 8. Februar 1929 in Budapest geboren. Er arbeitete als Hilfsarbeiter, er kämpfte mit Gewehr in der Corvin Gasse während der Revolution. Deswegen wurde er Ende 1956 verhaftet, und von dem Gericht erster Instanz zu 18 Jahren verurteilt, was von dem Gericht zweiter Instanz zu 7 Jahre vermindert wurde. Nach der Revolution arbeitete er als Gärtner und Sanitäter.
Ein Kumpel von mir ist gekommen. Ich sagte ihm: - Wozu ist das Maschinengewehr und der Armbinde? Was bist du? Was für Husar bist du? – Er sagte - Ich bin in der Corvin Gasse, aber deine Frau, Kócos ist auch dort. Sie hat ausgezeichnete Waffen! Nun - sage ich – sie wird das bereuen! - Weil sie meine Lebensgefährtin war. - Wie wir uns kennengelernt haben? Einmal ging ich nach Hause, bekomme ich auf einmal meine Geliebte zu sehen, die in einem Heim gewohnt hat. Sie fragt: - Bursche, hast du eine Zigarette? - Ich sage: - Komm her, ich gebe dir eine. Willst du nicht mitkommen? - Doch. – Dann nimm deinen Mantel, zieh dich an, und gehen wir. – Das ganze Budapest wusste, dass sie meine Lebensgefährtin ist. Das wusste man in der Corvin Gasse, sie haben auf sie aufgepasst. Am 28. wurde sie von einem Geheimpolizisten, namens Kovács von hinten an den Kopf geschossen. Heute gibt es eine Gedenktafel an der Wand des Corvin Kinos.


An der Charge auf dem Kossuth Platz am 25. * war ich anwesend, das Blut wurde mit Wasser aus einem Tank gegossen, menschliche Teile überall. Ich fragte meinen Kumpel - Was ist passiert? - Er sagt - Gehen wir auf unsere originellen Plätze! - Wir gingen zurück in die Corvin Gasse.
Nicht die Herren, sondern die Pester Jungs haben die Revolution gewonnen. Nicht die Weihnachtsmänner, die gekommen sind, dass sie der Oberst sind und meldeten sich. Ein Reiteroberst kam mit einem Schwert in einem ungarischen Husarenuniform, das Befehl zu übernehmen. Es wurde abgeschickt. da konnte man kein Befehl ausgeben, das war keine Armee. In der Revolution durfte man nicht diktieren.
Morgen dämmert, wir gewinnen morgen, morgen tagt.
Dies war das Passwort für die Nacht. Für den Abend stellten wir überall Wache. Inzwischen kam ein Kerl mit einer weißen Fahne, in einem Jeep. Der Kerl sagt - ich bin Generalmajor, Parlamentär. - Gut - sage ich - Sie werden nicht erschossen werden, wenn Sie Parlamentär sind, aber da er weitertobte, habe ich ihm eine große Ohrfeige gegeben, dass die Dienstmütze auf dem Kopf fünfmal umgedreht hat. Heraus aus dem Wagen – Wir haben ihn zum Kommandantur gebracht. Er sagt, er ist gekommen, dass wir unsere Waffen niederlegen. – Verdammt noch mal! - Ich sage zu ihm. Nun hat er gesehen, dass es nicht so einfach ergeben wird. Unser Kommandant, Iván Kovács** sagt, dass ich ihn zum Wagen begleiten muss. Dies sagt Iván Kovács: - Herr, egal, wer mich begleitet, aber bitte nicht er! - So begann das Leben.
Mari, Pöttöm, Kócos, Kukac, Pertli, Morzsika, Kacsa.
Es gab solche Spottnamen. So kam auch meine Einladung in das Parlament: Gábor Bizsu. Aber das ist nicht mein richtiger Name. Doch kannte jeder mich so, weil als ich jung war, habe ich die Kupferringe geliebt, alles, was glänzt. So bekam ich den Namen Bizsu.
* Bis heute ist es umstritten, wer es tat, aber es ist eine Tatsache: auf dem Platz vor dem Parlament, auf dem Kossuth Platz eröffnete man Feuer vom Dach eines Gebäudes auf die Demonstranten, Hunderte wurden getötet und verletzt.
**László Iván Kovács erster Oberbefehlshaber in der Corvin Gasse wurde im Dezember 1957 hingerichtet.
