Bocskay T. József

Er ist am 25. März 1925 in Napkor geboren. Vor der Revolution war er ein politischer Gefangener, arbeitete als Bergmann. Während der Revolution ist er mit den Bergleuten aus der Gegend von Tatabánya in Budapest angekommen, wo er an den bewaffneten Kämpfen teilgenommen hat. Nach der Niederschlagung der Revolution ist er ins Ausland geflohen, er hatte ein Restaurant in den USA.

Das Flüstern begann am 25. Morgen, dass ein stiller Protest vor der Bergarbeiterschule in Tatabánya stattfinden wird. Ich war auch dort. Mit einem Freund von mir, Sanyi Repka, habe ich vor der Menschenmenge marschiert. Inzwischen ist ein Auto aus Budapest angekommen, aus dem Studenten ausgestiegen sind, die Gedichten vorgelesen und ermutigende Reden gehalten haben. Plötzlich kam ein LKW vorbei. Ein Zivilist hat das Auto gefahren, neben ihm saß ein Leutnant. Das Auto war mit Donnerbüchse beladen, damit wollte man die loyalen Bergleute aus der Gegend bewaffnen. Die Waffen wurden unter den Menschen zerstreut, der Leutnant ist geflohen. Jemand hat herausgefunden, dass wir zu der Dienststelle in der Stadt gehen sollten. Die Dienststelle in der Stadt war ein kleines Bauernhaus. – Der Stadtkommandant soll herauskommen! - Wir riefen. Es hat nicht funktioniert. Schmeißen Sie Ihre Waffen heraus! - Es war nutzlos.

Bocskay T. József
Bocskay T. József

Zwei Jungs und ich hüpften in den Garten hinein, wo nur ein Hauptmann und ein Oberleutnant duckte. Wo sollen wir jetzt hingehen?

Gehen wir zur Polizei! Jemand sagte, dass das Gefängnis voll von Freiheitskämpfern ist. Wir sind auch dorthin gegangen, die Polizisten haben nicht protestiert, sie haben gesagt: - Ein Ausschuss soll hereinkommen und sehen, dass nur Lausbuben in dem Gebäude sind! - So war es tatsächlich. Von dort haben wir ein Paar Waffen mitgebracht. Jemand sagte, dass wir es schlechtmachen, weil wir an die Hauptabteilung gehen sollten. Jede größere Stadt hatte eine so genannte Hauptabteilung, wo die Geheimpolizisten ihren Sitz hatten. Wir konnten ungefähr zu tausend-zweihundert sein, die alle vor die Hauptabteilung gingen. Dies war selbstverständlich ein größeres Gebäude. Wir sagten dem Wachtmeister, dass wir das Gebäude stürmen, wenn er uns nicht einlässt. Der Wachtmeister sagte: - Bitte, meinetwegen! - und er öffnete die Tür. Kein einziger Offizier war in dem Gebäude. - Wo ist der Schlüssel zur Waffenarsenal? – fragten wir. Man sagte: - Wir wissen es nicht, wir wurden damit nicht beauftragt. – Aber doch war der Schlüssel zu finden. Es gab so viele Waffen, dass jeder eins bekommen konnte. Wir besetzten das Gebäude, wir dachten, zum Ratspräsidenten zu gehen. Wir waren dann bei ihm, er hat alles versprochen, er versuchte, die Menschen zu beruhigen. Darauf sagte jemand, dass wir Richtung Kaserne gehen müssten. Wir haben ja den Ratspräsidenten um LKWs gebeten, da wir nach Pest wollten, um Pest zu befreien. Er antwortete, dass er uns keine Lastwagen geben kann. Es stand ein gelber Pobeda da, drin saß der Fahrer. Ich fragte: - Wem gehört das Auto? – Dem Ratspräsidenten. - Ich sagte zu ihm – Nur gehörte! – Einige von uns sind eingestiegen, und fuhren Richtung Kaserne ab. Offiziere gab es dort auch keine, die Schlüssel zum Munitionslager und zur Garage haben wir doch erhalten. Keine LKWs haben wir gefunden. Gehen wir zum Ikarus! – Der städtische Busverkehr hatte ja die Garage dort. So hatten wir sechzehn Ikarus** und vier LKWs. Wir konnten nach Budapest abfahren.

* "Pobeda" war ein polnischer PKW, beliebte repräsentative Marke der 50-er Jahre.

** "Ikarusz" ist ein Busmarkenname, in Ungarn hergestellt.